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Digitale Verteidigungsfähigkeit sichern

Digitale Leistungsfähigkeit ist kein unterstützender Faktor mehr – sie ist unmittelbare Voraussetzung für Einsatzbereitschaft, Führungs- und Verteidigungsfähigkeit.

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Frau arbeitet in Uniform an Laptop in sicherheitskritischer Umgebung – Symbol für digitale Verteidigung

Mit der jüngst veröffentlichten Gesamtkonzeption militärische Verteidigung“* gestaltet Deutschland nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) seine sicherheitspolitische Rolle neu. Das Verteidigungsministerium untertitelt das Dokument ausdrücklich als Militärstrategie und Plan für die Streitkräfte. Ziel sei nichts Geringeres als der Aufbau der stärksten konventionellen Armee Europas.

Zentrales Fundament dieses Anspruchs ist ein neues Fähigkeitsprofil der Bundeswehr. Es basiert auf einer Militärstrategie, die die Leitplanken für die Weiterentwicklung hin zu technologisch überlegenen, innovativen Streitkräften setzt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Mit der „Gesamtkonzeption militärische Verteidigung“ definiert Deutschland seine sicherheitspolitische Rolle neu und setzt auf den Aufbau technologisch überlegener Streitkräfte.
  • Digitalisierung, Vernetzung und Informationsüberlegenheit sind zentrale Voraussetzungen für Einsatzbereitschaft, Führungsfähigkeit und Verteidigungsfähigkeit.
  • conet bringt seit fast 40 Jahren technologische Expertise, Domänenverständnis und Umsetzungskompetenz in die digitale Transformation der Bundeswehr ein.
  • Die AFCEA-Fachausstellung bringt als eine der bedeutendsten Fachmessen Deutschlands für IT im Bereich Verteidigung und öffentliche Sicherheit Bundeswehr, Behörden, Industrie und Forschung zusammen.

Vernetzte Operationsführung in einem disruptiven Technologiefeld

Die Gesamtkonzeption beschreibt ein verändertes Kriegsbild, das maßgeblich durch technologische Dynamik geprägt ist:

In einer Welt mit immer schnelleren und disruptiven Technologie- und Innovationszyklen werden Konflikte in einem Umfeld ausgetragen, in dem Informationshoheit, Überlebensfähigkeit der Systeme und Vernetzung über Sieg oder Niederlage entscheiden. … Der Weg zu technologisch überlegenen Streitkräften führt nur über eine innovative Fähigkeitsentwicklung.“

Konsequenterweise zählen Vernetzung und Digitalisierung – verbunden mit dem Anspruch auf digitale Souveränität – zu den sechs in der Gesamtkonzeption genannten zentralen Fähigkeitszielen der Bundeswehr:

  1. Wirkung auf Abstand und Abwehr von Bedrohungen aus der Luft
  2. Kampf um Informationsüberlegenheit und Erhöhung der Informationsgeschwindigkeit
  3. Vernetzung und Digitalisierung
  4. Nationale Führungsfähigkeit
  5. Operationsbasis Deutschland
  6. Nationale Krisen- und Risikovorsorge sowie durchgängige Unterstützungsleistungen

Auch die übrigen Fähigkeitsziele referenzieren an zentralen Stellen digitale Themen und Bezüge etwa auf Informationsüberlegenheit, Künstliche Intelligenz, Führung von Multi-Domain Operations und nationale Daten- und Kommunikationsnetze.

Digitale Leistungsfähigkeit ist damit kein unterstützender Faktor mehr – sie ist unmittelbare Voraussetzung für Einsatzbereitschaft, Führungs- und Verteidigungsfähigkeit.

Drei zentrale Herausforderungen für digitale Verteidigungsorganisationen

Aus Sicht der praktischen Projektrealität bleiben dabei auch angesichts zunehmender Priorisierung und verfügbarer Budgets einige strukturelle und technologische Herausforderungen zentral:

1. Steuerbarkeit komplexer Programme
Lange Beschaffungsprozesse, fragmentierte Zuständigkeiten und komplexe Governance-Strukturen bremsen die Umsetzung. Programme laufen parallel, Abhängigkeiten bleiben oft intransparent. Priorisierungen erfolgen nicht immer faktenbasiert – mit dem Risiko von Doppelstrukturen, Verzögerungen und Wirkungsverlusten.

2. Integration in hochvernetzten Systemlandschaften
Sensorik, Kommunikationsnetze und Führungssysteme erzeugen exponentiell wachsende Datenmengen und Abhängigkeiten. Konzepte wie Software Defined und AI‑Enabled Defense, Federated Mission Networking, Multi-Domain Operations oder souveräne Cloud-Architekturen verändern das Gefechtsfeld grundlegend. Informationsüberlegenheit entsteht nur, wenn Sensoren, Führungsinformationssysteme und Datenplattformen sicher, interoperabel und in Echtzeit zusammenspielen.

3. Resilienz im laufenden Betrieb
Kritische Bestandsverfahren – etwa Legacy-Landschaften im ERP‑/SASPF‑Umfeld, in Logistik oder Personalwesen – lassen sich nicht kurzfristig ablösen. Modernisierung muss parallel zum Betrieb erfolgen. Cyberangriffe, hybride Bedrohungen und Störungen sind keine Ausnahme, sondern Planungsparameter. Resilienz wird damit zum integralen Bestandteil des Betriebsmodells.

Planbare, resiliente und interoperable IT als Erfolgsfaktor

Um sowohl im Regelbetrieb effizient als auch unter Einsatzbedingungen handlungsfähig zu bleiben, müssen Verteidigungsorganisationen ihre IT-Landschaften strategisch ausrichten – von der Zielarchitektur über die Umsetzung bis zum sicheren Betrieb. Planbarkeit, Interoperabilität und Resilienz sind dabei keine Gegensätze, sondern Erfolgsfaktoren einer modernen Verteidigungsfähigkeit.

Digitalisierungspartner im sicherheitskritischen Umfeld

Diesen Herausforderungen begegnet conet seit fast 40 Jahren als zuverlässiger Digitalisierungspartner der Bundeswehr. In der Kombination aus domänenspezifischem Verständnis, technologischer Tiefe und operativer Umsetzungskompetenz ermöglicht conet als Full‑Service‑IT‑Dienstleister verantwortungsvolle Digitalisierung in sicherheitskritischen Umfeldern.

Bereits seit den frühen Jahren engagiert sich conet deshalb auch als eines der ersten aktiven Firmenmitglieder im AFCEA Bonn e. V.. Als nationaler Verband der internationalen AFCEA (Armed Forces Communications and Electronics Association) bildet AFCEA Bonn die zentrale Austauschplattform zwischen Bundeswehr, Sicherheitsbehörden, Verwaltung, Wissenschaft und Industrie rund um Informations‑ und Kommunikationstechnik im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich. Ziel ist laut dem Verband die erfolgreiche Umsetzung der digitalen Transformation der nationalen Sicherheitsarchitektur.

AFCEA-Fachausstellung: Plattform für Dialog und Innovation

Mit der jährlichen AFCEA‑Fachausstellung** im World Conference Center Bonn richtet AFCEA Bonn eine der bedeutendsten Fachmessen Deutschlands für Informations- und Kommunikationstechnik, speziell im Bereich Verteidigung, IT-Sicherheit und öffentliche Sicherheit. Über 250 Aussteller und mehrere tausend Teilnehmende aus Bundeswehr, Behörden, Industrie und Forschung nutzen sie als Forum für Austausch und Innovation.

conet gibt dort Einblicke in sein aktuelles Leistungsportfolio*** – unter anderem zu Multi‑Cloud‑Architekturen, Künstlicher Intelligenz, Cyber Security und mobilen Einsatzszenarien. Praxisnahe Showcases, etwa zur Cloud‑Migration oder zu souveränen KI‑Anwendungen, zeigen konkrete Lösungsansätze für die Bundeswehr, die Verteidigungsindustrie und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

Umfrage zur Handlungsfähigkeit Deutschlands

Im Rahmen ihres Engagements im sicherheitspolitischen Diskurs führt AFCEA Bonn aktuell auch eine gezielte Befragung in der deutschen Defense‑Community durch:

Wie handlungsfähig ist Deutschland – wenn es wirklich darauf ankommt?

Ziel ist es, Einschätzungen zum Stand eines ressortübergreifenden, digital vernetzten und resilienten Sicherheitssystems zu sammeln. Die anonyme Kurzbefragung, die nur rund 5 Minuten dauert, fließt in die Studie „Gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem 2030“ ein, die im Oktober 2026 auf dem Bonner IT‑Dialog der AFCEA Bonn vorgestellt wird.

Wenn Sie selbst Anwender, Bedarfsträger, Technologie- und Lösungsanbieter oder in der Forschung und Beratung tätig sind, freut sich AFCEA Bonn über Ihre Teilnahme: 

Wie handlungsfähig ist Deutschland - wenn es wirklich darauf ankommt?

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Simon Vieth

Deine Kontaktperson Simon Vieth

Pressesprecher

+49 228 9714-1087

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