Microsoft Azure Backup Services – flexibles und zuverlässiges Backup in der Cloud

Backup-Lösungen fristen noch zu oft ein Schattendasein in der IT. Während sich die IT-Services flexibel nach den Unternehmensprozessen ausrichten, wird das Backup-Konzept trotz Veränderungen der IT-Landschaft nur selten auf den Prüfstand gestellt und angepasst. So kommt es zu Engpässen in den Backup-Zeitfenstern, fehlenden Kapazitäten und Verifizierung der erstellten Sicherungskopien. Diese Probleme verkomplizieren dann für IT-Abteilungen im Wiederherstellungsfall die Wiederaufnahme des Betriebs. Wir stellen Ihnen das Cloud-basierte Produkt Microsoft Azure Backup vor.

Was ist Azure Backup?

Microsoft Azure Backup Services (MABS) ist ein Cloud-basiertes Backup-Produkt und wird als Software-as-a-Service (SaaS) angeboten. Mit diesem Produkt lassen sich die genannten Probleme eines lokalen Backup-Konzepts adressieren. Zunächst lässt sich Azure Backup einfach als Ergänzung in Ihre vorhandene Backup-Strategie einbinden um erkannte Engpässe zu beheben und die Ausfallsicherheit zu erhöhen. Als Ergänzung zum vorhanden lokalen Backup kann Azure Backup Ihr Wiederherstellungskonzept mit einer virtuellen Desaster Recovery Site erweitern ohne dass aufwändige Investitionen getätigt werden müssen. In einem einfachen Pay-per-Use-Modell zahlen Sie nur für die wirklich genutzte Kapazität und können das Backup, jederzeit, individuell an den Bedürfnissen Ihrer IT-Landschaft ausrichten.

Welche Version sollte ich wählen?

Azure Backup gibt es derzeit in zwei Versionen, v1 und v2.

V1 basiert auf dem Data Protection Manager (DPM) 2012 R2 und ist nur mit Windows Server 2012 R2 oder niedriger kompatibel. Eine Sicherung von aktuellen Versionen (SQL Server 2016, Windows Server 2016 etc.) ist damit nicht möglich. Allerdings lassen sich mit dieser Version noch Windows Server 2008 (R2) Server sichern.

V2 ist die aktuelle Fassung, die am 31. Mai 2017 freigegeben wurde. Diese Version basiert nun auf Windows Server 2016 und dem Data Protection Manager 2016. Für die vollständige Kompatibilität ist es wichtig, dass hier Windows Server 2016 als Basissystem zum Einsatz kommt.

Für eine Übersicht, welche Workloads sich mit den unterschiedlichen Versionen sichern lassen, lohnt sich ein Blick auf die Azure Backup Server protection matrix.

Wie funktioniert Azure Backup v2?

Azure Backup bietet alle wichtigen Funktionalitäten einer herkömmlichen Backup-Lösung. Es basiert derzeit auf dem System Center Data Protection Manager 2016 und arbeitet ausschließlich nach dem Backup-to-Disk-Modell.

Für die Installation benötigen Sie eine VM (Virtual Machine) auf Basis von Windows Server 2016, diese können Sie lokal oder bei Microsoft Azure bereitstellen. Auf dieser VM wird die Installation von Azure Backup vorgenommen. Anschließend führt Sie ein einfacher Assistent durch die Verbindung zum Cloud Backup. In Ihrem Tenant legen Sie einen Azure Service Tresor an, in dem die Backups abgelegt werden. Nachdem Sie die Konfiguration abgeschlossen haben, können Sie mit dem Backup Ihrer Daten beginnen. Die gesicherten Daten werden zunächst zentral vom Backup Server gesammelt, verschlüsselt und anschließend in die Cloud übertragen.

Nachdem die Einrichtung abgeschlossen wurde, agiert das Backup wie ein lokales Backup. Die Daten werden zu den angegebenen Zeiten gesichert und automatisch übertragen. Für den IT-Betrieb laufen diese Sicherungen völlig transparent ab. Sollte ein manueller Eingriff notwendig sein, informiert Azure Backup per E-Mail über notwendige Anpassungen oder Ergänzungen.

Wie lassen sich Daten wiederherstellen?

Eine Wiederherstellung der Daten ist ebenso einfach, wie eine Sicherung. Dazu wählen Sie im Data Protection Manager einfach die Daten aus, die wiederhergestellt werden sollen und aus welchem Zeitraum. Alle weiteren Aufgaben übernimmt der Data Protection Manager. Nachdem dieser eine Verbindung mit dem Backup Tresor etabliert hat, sichert dieser die gewünschten Daten wieder an das angegebene Wiederherstellungsziel zurück und Sie können sofort über diese verfügen. Backups von VMs oder SQL Datenbanken lassen sich entweder direkt auf den jeweiligen Server wiederherstellen oder an einen alternativen Pfad.

Welche Anwendungen lassen sich mit Azure Backup sichern?

Azure Backup eignet sich für eine Vielzahl von klassischen Microsoft-Anwendungen wie zum Beispiel SQL-Server, SharePoint-Farmen, Exchange-Servern und viele mehr. Außerdem lassen sich die gängigen Linux-Derivate in die Sicherung einbinden. Bei virtualisierten Umgebungen lassen sich VMware und Hyper-V-Umgebungen agentenlos in das Backup integrieren.

Durch Azure Backup sparen Sie sich die Kosten für einen dedizierten Standort, an dem Sie Ihre Backups vorhalten sollten. Egal welche Anwendung Sie sichern, es fallen keine zusätzlichen Lizenzkosten für Online-Agenten an, wie es bei manchen klassischen Backup-Lösungen der Fall ist. Diese vergleichsweise teuren Maßnahmen lassen sich durch Azure Backup komplett umgehen. Alle notwendigen Daten für einen Disaster Fall liegen bereits in einem dedizierten Bereich, der unabhängig von Ihrer IT betrieben wird.

Azure Backup ist in der Lage, neben der Server-Sicherung, die Sicherung von Dateien und Ordnern durchzuführen. Dies kann insbesondere für Außendienstmitarbeiter sinnvoll sein, die häufig unterwegs sind und nur selten Zugriff aufs Intranet haben. Durch die weltweite Verfügbarkeit des Azure Cloud-Dienstes lassen sich die Daten Ihrer Mitarbeiter, unabhängig von deren Standort  jederzeit zentral sichern. Ein Backup über vergleichsweise teure und Bandbreiten-beschränkte VPN-Verbindungen entfällt. Sie sparen Zeit, Geld und entlasten Ihre zentrale Internetanbindung.

Wie sicher ist Azure Backup?

Der Schutz Ihrer Daten ist das wichtigste und zentrale Element für eine vertrauenswürdige Lösung. Azure Backup verschlüsselt grundsätzlich alle Daten, bevor diese Ihr Unternehmen verlassen. Die Verschlüsselung erfolgt mit einem von Ihnen eingerichteten Schlüssel, der nicht übertragen wird und auch nur Ihnen bekannt ist. Erst nachdem die Daten mit diesem Sicherheitsschlüssel verschlüsselt wurden, werden die Daten in einem eigenen, speziellen Backup-Tresor bei Microsoft abgelegt. Mit diesem Konzept können Sie Datenschutzbedenken offensiv begegnen und diese ausräumen.

Was kostet Azure Backup?

Wie bereits erwähnt, basiert Azure Backup auf einem Pay-per-Use-Modell. Sie zahlen nur für die von Ihnen genutzten Dienste. Es fallen keine Lizenzkosten für System Center oder SQL-Server an, damit fallen teure Investitionen in notwendige Lizenzen weg.

Bei Azure Backup zahlen Sie lediglich pro gesicherten Server (als Instanz bezeichnet) abhängig von dessen Größe und dem belegten Speicherplatz in Azure. Es fallen keine Kosten für die Übertragung Ihrer Daten in die Cloud an.

Ein Beispiel: Sie verfügen über acht Server mit verschiedenen Diensten und pro Server fallen 40 GB Datenkapazität an, außerdem ein File-Server mit einer Kapazität von 300 GB. Sichern Sie diese komplette Umgebung nach Azure fallen lediglich Kosten i.H.v. circa 50 Euro pro Monat an.

Welche weiteren Vorteile bietet Azure Backup?

Azure Backup bietet Ihnen eine zentrale, einheitliche und flexible Lösung für die Sicherung Ihrer Unternehmensdaten. Bei der Nutzung entfallen die typischen Lizenzkosten. Sie können selbst über die Aufbewahrungsdauer Ihrer Daten bestimmen und diese bis zu 99 Jahre in der Microsoft Azure Cloud aufbewahren. Durch diese Maßnahmen lassen sich Compliance- und rechtliche Anforderungen effizient und kostengünstig erfüllen. Die Weiterentwicklung wird direkt von Microsoft vorgenommen, Sie erhalten jederzeit kostenfrei Updates und weitere Verbesserungen in Azure Backup. Darüber hinaus bietet Microsoft eine Verfügbarkeit von 99,9 %.

Wie fange ich an?

Azure Backup lässt sich kostenfrei und unverbindlich für 30 Tage testen. Erstellen Sie dazu ein Azure Abonnement und laden Sie anschließend das Azure-Backup-Paket herunter.  Die anschließende Installation kann auf einer VM oder direkt bei Azure in einer VM erfolgen.

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Christoph Züllighofen

Senior Consultant bei CONET Solutions GmbH
Christoph Züllighofen arbeitet als Architekt und Projektleiter im Team IT Infrastructure Solutions bei CONET.
Christoph Züllighofen

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