Microsoft HoloLens – Mixed Reality auf dem Weg in die Wirklichkeit

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  • 20. März 2018

Spielerei? Nützliche Unterstützung? Bald schon essenzieller Bestandteil vieler Design- und Planungsprozesse? Noch gehen die Meinungen zu Mixed Reality Gadgets in der Geschäftswelt auseinander. Wir haben unseren Mixed-Reality-Spezialisten Sven-Oliver Kästner gefragt, wie er die Microsoft HoloLens einschätzt, welche aktuellen Projekte es bereits gibt und wo aus seiner Sicht die Reise hingeht.

CONET: Zum Auftakt noch ein wenig Hintergrund – was macht Mixed Reality aus?

Kästner: Mixed Reality (MR) führt konsequent Ansätze wie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) weiter. Während VR darauf abzielt, den Benutzer vollkommen in virtuelle Welten abtauchen zu lassen, ergänzt AR die Abbildung der realen Welt um virtuelle Einblendungen, bei denen eine Interaktion aber meist nur über die entsprechenden Anzeigemedien wie das Smartphone möglich ist – denken Sie beispielsweise an die Pokémon-Go-Welle.

Mixed Reality blendet nun dreidimensionale Objekte oder ganze Erlebniswelten über die reale Welt und erlaubt eine Interaktion mit den virtuellen Elementen über Gesten-, Augen- oder Sprachsteuerung.

 

Und für Mixed Reality gibt es Einsatzszenarien in der Geschäftswelt?

Oh ja, eine ganze Menge sogar: thyssenkrupp beispielsweise nutzt die Microsoft HoloLens bereits für die Kundenpräsentation, Planung und Konzeption von Treppenliften. Die bei der einfachen und digital unterstützten Vermessung erfassten Daten werden dabei unmittelbar an die Produktion übergeben und verringern dadurch die Design- und Produktionszeiten um ein Vielfaches.

Bei Audi ergänzen digitale Erfahrungen mit der Microsoft HoloLens Kundenpräsentationen und verbessern damit die Customer Experience, indem sich Kunden beispielsweise technische Details und unterschiedliche Konfigurationen „live“ vor Ort an den aktuellen Automodellen ansehen können.

 

Gibt es auch bereits konkrete Mixed-Reality-Projekte bei CONET?

Ja, derzeit allerdings noch im prototypischen Stadium. Gemeinsam mit einem Kunden aus dem Maschinenbaubereich erproben wir den Einsatz der Microsoft HoloLens in der Versandlogistik. Teils große und sperrige Maschinenbauteile müssen dort mitunter weltweit verschickt werden. Weniger Container zu benötigen ist da eine wichtige Stellschraube bei den Transportkosten.

Mit der Microsoft HoloLens ist es möglich, im Frachtcontainer herumzugehen und dabei die Frachtstücke dreidimensional einzublenden, sie einfach virtuell zu drehen und anders anzuordnen, bis alles optimal passt – ohne stundenlang mit einem Gabelstapler rangieren zu müssen. Ist die optimale Anordnung gefunden, wird einmal geladen und fertig.

Weitere Nutzungsbeispiele lassen sich beinah unbegrenzt entwickeln und umfassen so unterschiedliche Beispiele wie die Konzeption in Architektur und Maschinenbau, Ausbildung, Produktentwicklung und Präsentation.

Mixed Reality mit der Microsoft HoloLens - Bildquelle: (c) Microsoft

Mixed Reality mit der Microsoft HoloLens – Bildquelle: (c) Microsoft

Was sind die Vorteile der Microsoft HoloLens?

Die MS Hololens ist bislang das einzige vergleichbare Gerät, das eigenständig, also „stand-alone“ einsetzbar ist – ohne externe Stromversorgung, Datenanbindung oder Rechner. Dabei bietet sie gleichzeitig ein sehr umfangreiches Sensorik-Paket, um permanent Live-Video und -Ton aufzunehmen sowie die Umgebung des Trägers dreidimensional zu scannen.

 

Aber das hat sicher auch seinen Preis?

Sicherlich, aber der ist angesichts der Leistungsfähigkeit durchaus überschaubar: Für rund 3.300,- Euro haben Sie ein Gerät, das es Ihnen ermöglicht, in der Umgebung verankerte virtuelle 3D-Objekte aus jeder Perspektive zu betrachten und mit diesen etwa über Gesten-, Augen- oder Sprachsteuerung frei zu interagieren. Das gleiche Geld können Sie problemlos auch für eine professionelle, herkömmliche Foto- oder Videoausstattung ausgegeben – ohne die Funktionsvielfalt.

 

Die Microsoft HoloLens hat also ihre Marktreife erreicht?

Das würde ich sagen, ja. Wie nahezu überall in der Business IT erhalten Sie zwar kein fertiges „Spielzeug“ out-of-the-box, mit dem Sie wie im Privatleben einfach loslegen können. Es gilt die übrigen Systeme und Prozesse, die mit der HoloLens arbeiten oder von ihrer Leistungsfähigkeit profitieren sollen, entsprechend umzugestalten oder anzupassen. In Hinblick auf Zuverlässigkeit, Leistungsumfang und Integrationsfähigkeit ist die HoloLens da aber schon soweit. Auf Basis unserer langjährigen Erfahrung in der Konzeption und Entwicklung Microsoft- und Windows-basierender Architekturen und Applikationen finden wir gemeinsam mit unseren Kunden den geeigneten Weg, um Geschäftsabläufe zu einem digitalen Erlebnis zu machen – effizient, integriert und begeisternd!

 

Was ist zu beachten, wenn man die Microsoft HoloLens in den Geschäftsalltag integrieren will?

Zu allererst muss natürlich klar sein, was das Unternehmen damit erreichen will. Als einfache Spielerei ist ein MR-Projekt sicherlich auch sehr unterhaltsam, aber es ist der konkrete Business Case und der zu erwartende Nutzen, die im Vordergrund stehen sollten.

Genau wie etwa bei Überlegungen zu Enterprise Mobility stellt sich auch hier die Frage, ob aktuelle Arbeitsabläufe und Prozesse mithilfe neuer Ansätze schneller, einfacher und damit auch günstiger erledigt werden können. Im Mobility-Zusammenhang gibt es da auch zahlreiche Beispiele, wenn etwa eine Datenerfassung vor Ort im Gebäudemanagement die Arbeit deutlich erleichtert und gleichzeitig Fehlerquellen ausschließt. Das muss aber nicht so sein, bestimmte Prozesse sind einfach nicht für Mobility gemacht, beziehungsweise der Nutzen wird von zusätzlichen Kosten und Aufwänden wieder zunichte gemacht.

Genau so sieht es auch bei Mixed Reality aus. Die oben genannten Beispiele zeigen deutlich, wo das Potenzial liegt. Aber immer und überall ist die Nutzung von Mixed Reality sicherlich nicht sinnvoll.

 

Sie haben Fragen oder möchten mehr über die fachlichen und technischen Anwendungsmöglichkeiten von Mixed Reality im Business-Umfeld erfahren? Kommentieren Sie gerne unseren Beitrag oder wenden Sie sich über info@conet.de direkt an uns – unsere MR-Experten freuen sich auf einen spannenden Austausch.

Produktinformationen auf den Seiten des CONET-Partners Microsoft

Simon Vieth

Simon Vieth

Pressesprecher bei CONET Technologies GmbH
Simon Vieth ist der Pressesprecher bei CONET. Ursprünglich Historiker
und freier Redakteur, wechselte er schon vor fast 10 Jahren die Schreibtischseite
und kümmert sich derzeit im Schwerpunkt um die Öffentlichkeitsarbeit und die
Social-Media-Auftritte bei CONET.
Simon Vieth

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