Rückblick: Systemhauskongress „Chancen 2016“

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  • 2. September 2015

In der vergangenen Woche hatte das Fachmagazin ChannelPartner zu seinem jährlichen Kongress für Systemhausvertreter mit der Präsentation der Ergebnisse der Systemhausumfrage der Computerwoche und der Award-Verleihung an die besten Systemhäuser Deutschlands geladen. CONET-Pressesprecher Simon Vieth besuchte den ersten Kongresstag und schildert seine persönlichen Eindrücke.

Die Gewinner des Systemhaus-Awards 2015 von ChannelPartner und COMPUTERWOCHE - Bild: Armin Weiler / ChannelPartner

Die Gewinner des Systemhaus-Awards 2015 von ChannelPartner und COMPUTERWOCHE – Bild: Armin Weiler / ChannelPartner

Die Vorträge

Das Vortragsprogramm auf dem Systemhauskongress „Chancen 2016“ stand unter den Überschriften „Keynotes“, „Best Practices“ und „Workshops“ und beschäftigte sich mit einer breiten Mischung aus für das Geschäft der Systemhäuser relevanten Themen von Managed Services und Industrie 4.0 bis zu Sicherheit, Mobilität und Output Management.

Die besuchten Best Practice Tracks lieferten ihrem Titel entsprechend praxisorientierte Beispiele für zeitgemäße IT-Lösungen. Allenfalls die Bezeichnungen könnten zukünftig näher am Inhalt als an den üblichen Buzzwords ausgerichtet werden, um dem interessierten Besucher im Vorfeld die Entscheidung zur Teilnahme zu erleichtern. Dass sich beispielsweise der Track „Workplace Transformation“ im Schwerpunkt mit kabelloser Arbeitsplatz- und Konferenzraum-Ausstattung beschäftigte oder das Thema „Big Data Analytics“ in erster Linie eine technische Plattform für Web-Analyse und automatisierte Shop-Prozesse behandelte, wurde den ausgeschriebenen Themen zumindest in meinen Augen nicht gerecht.

Bei den Workshops gingen Erwartungen und Umsetzung bisweilen noch stärker auseinander. Hier allerdings weniger inhaltlich, als vielmehr organisatorisch: In einer Viertelstunde oder maximal 20 Minuten ließen sich in der Regel nach dem Vortragsteil allenfalls noch einige wenige Fragen beantworten. Echte Interaktion fiel meist der insgesamt knappen Zeitplanung zum Opfer, sodass statt Workshop wohl eher eine Bezeichnung wie „Impulsvortrag“ passender gewesen wäre.

Ganz im Gegenteil dazu erfüllten und übertrafen die Keynotes die persönlichen Erwartungen. Der Tagesauftakt wurde bei mir zwar leider ein Opfer der Verkehrslage, aber die nachmittäglichen Hauptvorträge „Vom Bauchladen zum Business-Prozess – Warum sich Vertrieb und Kundenakquise bei Systemhäusern radikal ändern müssen“ und „Führen im Spannungsfeld von Hierarchie und Selbstorganisation“ überraschten positiv sowohl inhaltlich als auch didaktisch.

So hielt Michael Reiserer in seiner Keynote der aktuellen Vertriebspraxis im Systemhausmarkt erfolgreich den Spiegel vor. Dass nicht länger Produkte, sondern vielmehr auf den jeweiligen Kundenprozess zugeschnittene Lösungen der Fokus von Marketing und Akquise sein müssen, ist zwar an sich in Zeiten von Content Marketing und Storytelling keine neue Erkenntnis, doch die zahlreichen geschilderten Beispiele lieferten wertvolle Denkanstöße. Das Fazit: Es ist sehr aufwändig und schwierig, für jeden Kunden die auf seine Nöte zugeschnittenen Lösungen zu identifizieren, zu konzipieren und ihm diese gezielt anzubieten. Über kurz oder lang wird diese Art des „Indivualvertriebs“ aber der einzige Weg sein, um Kunden angesichts immer stärkerer Vergleichbarkeit in Qualitäten und Preisen von der eigenen Leistungsfähigkeit zu überzeugen.

Frank Roebers zog zur Herleitung seiner Schlussfolgerungen zu erfolgreicher moderner Führung Beispiele aus der Beziehung von Flugkapitän und Co-Pilot in der zivilen Luftfahrt sowie die Führungsprinzipien der Bundeswehr eines „Führens mit Auftrag“ anstelle eines „Führens mit Befehl“ heran. Auch hier sorgte die abschließende Feststellung, dass ein kooperativer Führungsstil, der Raum für eine kreative und eigenverantwortliche Zielerreichung lässt, die größten Erfolgsaussichten hat, nicht unbedingt für Überraschung – erst recht in sich schnell ändernden Märkten und angesichts immer neuer wirtschaftlicher Herausforderungen. Die aufgezeigten Parallelen aber ebenso wie die Einblicke in die Praxis unterstrichen die Relevanz der dargestellten Ideen zu Führung und Collaboration wirkungsvoll.

Die Preisverleihung

Als bereits im Vorfeld eine Prämierung erwartender Teilnehmer gestaltete sich die Preisverleihung mit der Vorstellung der „Besten Systemhäuser 2015“ naturgemäß spannend genug. Interessant auch, dass die Umfrageergebnisse bei einer deutlichen Zunahme in den Zahlen der Teilnehmer als auch der bewerteten Projekte insgesamt deutlich positiver ausfielen. In der diesjährigen Systemhausumfrage waren Kunden erneut aufgerufen, ihre Zufriedenheit mit ihren Dienstleistern auf Basis konkreter Projekte zu bewerten. Wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass eine größere Stichprobe auch die Ergebnisse eher in Richtung eines „schlechteren Durchschnitts“ beeinflusst, zeigten sich die Kunden deutlich zufriedener als in den Vorjahren und vergaben im Durchschnitt über alle Projektkategorien und Dienstleister hinweg eine Durchschnittsnote von 1,73 im Schulnotensystem (gegenüber einer 1,80 im Vorjahr und einer 1,82 im Jahr 2013). Die kompletten Ergebnisse sind auf den Seiten der Computerwoche und ChannelPartner ausführlich nachzulesen. Aus CONET-Sicht stellt die Auszeichnung als „Aufsteiger des Jahres“ und der 4. Platz im Ranking der mittelständischen deutschen Systemhäuser Anerkennung und Ansporn zugleich dar:

CONET: Aufsteiger des Jahres - Systemhaus-Awards 2015 von ChannelPartner und COMPUTERWOCHE

CONET: Aufsteiger des Jahres – Systemhaus-Awards 2015 von ChannelPartner und COMPUTERWOCHE

„Der Aufbau langfristiger Beziehungen und das Erzielen gemeinsamer Erfolge sind wichtige Eckpfeiler unseres Selbstverständnisses als Dienstleister“, erklärt dazu CONET-Vorstandsvorsitzender Rüdiger Zeyen. „Dass dies nicht nur hehre Ziele sind, sondern die Ergebnisse auch in guten Bewertungsnoten seitens unserer Kunden greifbar werden, freut uns sehr. Unser Dank geht an alle Teilnehmer der Umfrage, die uns eine solch positive Beurteilung ausgestellt haben – und ganz besonders an unsere Mitarbeiter, die unsere Kunden in ihren Projekten mit ihrer Leistung begeistern konnten!“ Für die Zukunft gilt es nun, diese starke Position zu verteidigen und auszubauen.

 

Die Location

Der diesjährige Systemhauskongress war unser erster Besuch im Van der Valk Airporthotel in Düsseldorf. Bereits einige andere Veranstaltungen der IT-Landschaft wie etwa Novell Tour oder GWAVACon hatten in der Vergangenheit hier gastiert. Als Fazit vorweg: Eine einladende und verkehrsgünstig gelegene Location, keine gesonderten Parkgebühren, freundlicher und aufmerksamer Service und eine gerade im Vergleich mit anderen in der jüngeren Vergangenheit besuchten Kongresshotels grandiose Küche. Sowohl die Tagungsräumlichkeiten als auch der Terrassenbereich für die Abendveranstaltung wussten zu begeistern und boten einen angenehmen Rahmen für Erfahrungsaustausch, Kennenlernen und Networking ebenso wie Diskussion und Darstellung aktueller Trends und Themen.

Zur CONET-Pressemeldung „Die besten Systemhäuser 2015: CONET ist Aufsteiger des Jahres“

Zum eigenen Systemhauskongress-Rückblick von ChannelPartner

Simon Vieth

Simon Vieth

Pressesprecher bei CONET
Simon Vieth ist der Pressesprecher bei CONET. Ursprünglich Historiker
und freier Redakteur, wechselte er schon vor fast 10 Jahren die Schreibtischseite und kümmert sich derzeit im Schwerpunkt um die Öffentlichkeitsarbeit und die Social-Media-Auftritte bei CONET.
Simon Vieth

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